Digitales Denken ist gefragt

Im Arbeitskreis 3 der VDMA Mitgliederversammlung am 10./11. November in Berlin liegt der Fokus auf den neuen Industrie 4.0-basierten Geschäftsmodellen.

Die vertikale Digitalisierung ist Pflicht – Die horizontale die Kür

Die industrielle Produktion steht durch die Digitalisierung mitten in einem zukunftsweisenden Strukturwandel. Dem deutschen Maschinen- und Anlagenbau kommt dabei eine entscheidende Rolle zu. Die Hannover Messe 2016 hat gezeigt, dass Industrie 4.0 in der Breite des Maschinenbaus angekommen ist. Die Digitalisierung der eigenen Produktionsprozesse (vertikale Vernetzung) und der Produkte hat in den Unternehmen in den letzten drei Jahren große Fortschritte gemacht. Damit wird die Basis für den nächsten Schritt gelegt: Die horizontale Vernetzung mit den Wertschöpfungspartnern und den Kunden über die Möglichkeiten, die das Internet bietet.

Die Chancen neuer digitaler Geschäftsmodelle werden aktuell intensiv diskutiert. Das Wort von der Disruption macht die Runde. Angebote wie Uber, AirBnB oder Spotify werden als Beispiele zitiert, wie neue digitale Dienstleistungen innerhalb kurzer Zeit entstehen und traditionelle Anbieterbranchen bedrohen. Welche Erwartungen hat man im Maschinenbau an neue Geschäftsmodelle in der produzierenden Industrie? Werden zukünftig Teile der Wertschöpfung über Plattformen abgewickelt und droht dem Maschinenbau ein Amazon der Produktion, der sich zwischen die Unternehmen und ihre Kunden stellt?

Digitales Denken ist gefragt

Klar ist, Disruption passiert nicht durch die 1 zu 1 Digitalisierung einer analogen Technologie, sondern durch Kreativität und neues Denken, orientiert an den Möglichkeiten, die die Digitalisierung bietet.  Es braucht dazu in den Unternehmen – insbesondere im Management -  einen „digitalen Mindshift“, denn die Digitalisierung beginnt in den Köpfen. An vielen Stellen ist zu beobachten, dass sich die Abgrenzungen im direkten Marktumfeld zwischen Produzenten, Dienstleistern, Lieferanten und Kunden bereits verschieben bzw. aufweichen. Unternehmensinterne Prozesse werden bei den Industrie 4.0-Pionieren enger mit den Prozessen innerhalb des direkten Marktumfeldes verzahnt. Über Sensoren werden beim Kunden Daten erhoben und zu neuen Dienstleistungen verarbeitet. Heute kann niemand den Endzustand dieser Entwicklung genau prognostizieren, allerdings kann heute auch niemand mehr die Augen vor den anstehenden Veränderungen verschließen. Verschiedene Studien belegen, dass der Investitionsaufwand für die Digitalisierung beträchtlich ist. Dem gegenüber stehen allerdings auch große Erwartungen an Umsatzsteigerungen, Effizienzgewinnen und Ressourceneinsparungen.

Was bietet der Arbeitskreis?

Viele insbesondere die kleinen- und mittelständischen Unternehmen des Maschinenbaus tun sich zurzeit noch schwer, eigene Ansätze für diese neue Welt zu definieren. Auf der kommenden Mitgliederversammlung am 11. November 2016, 09:00h – 13:00h, in Berlin möchte der VDMA den Mitgliedsunternehmen mit dem Workshop "Industrie 4.0: Neue Geschäftsmodelle – Mission Possible!" Orientierung geben.

Der Workshop wird einen Überblick zum Stand der Geschäftsmodellentwicklung im Rahmen von Industrie 4.0 geben und zu weiteren Diskussionen motivieren. Im ersten Teil werden führende Industrievertreter der Plattform Industrie 4.0 über den aktuellen Fortschritt dieser gemeinsamen Initiative von Bundesregierung, Industrie und Verbänden geben.

Was machen andere Branchen? Digitale Geschäftsmodelle sind in der Consumer-Industrie bereits am Markt. An einem konkreten Beispiel aus der Modeindustrie werden die Vorgehensweise und Umsetzungsschritte zum Markterfolg vorgestellt.

Im zweiten Teil der Veranstaltung werden drei Unternehmen unterschiedlicher Branchen des Maschinenbaus über ihre Erfahrungen bei der Umsetzung neuer datenbasierter Geschäftsmodelle berichten. Die Besucher des Workshops können über zwei TED Umfragen ihre Einschätzung zum Thema einbringen und die Diskussion im Plenum an konkreten Fragen orientieren.

 

Kontakt

Dietmar Goericke
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