Industrieller Mittelstand braucht gutes TTIP

Der Leiter der VDMA-Außenhandelsabteilung Ulrich Ackermann ist sich sicher, dass ein Vertragsentwurf zu einem Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU bis Ende des Jahres vorliegen könnte. „Gründlichkeit geht aber vor Schnelligkeit“, warnte Ackermann.

Er nannte Medienberichte, nach denen der Fortgang der Verhandlungen von Frankreich in Frage gestellt würden, eine zusätzliche Aufforderung an die Verhandlungsdelegationen, keine Frage auszuklammern. „Ein sogenanntes "TTIP light" ist nicht unser Ziel und auch nicht Ziel der EU-Kommission. Wir befürworten ein umfassendes Abkommen, auch wenn es ein paar Monate später fertig wird.“

Der Leiter der VDMA-Außenwirtschaftsabteilung betonte, dass ein gut ausgehandeltes Freihandelsabkommen zwischen den USA und der EU insbesondere dem industriellen Mittelstand nützen wird. Ackermann reagierte damit auf eine Prognos-Studie, nach der sich eine Mehrheit von Mittelständlern von TTIP keine Vorteile verspreche.  „Mittelstand ist natürlich ein breites Thema. Der industrielle Mittelstand, der typisch für den deutschen Maschinenbau ist, verspricht sich Vorteile. Unsere Unternehmen wissen ganz genau, dass ein gut ausgehandelter Vertrag dem bereits guten Absatz in Amerika zusätzlichen Drive geben wird.“ Zudem würde ein Zusammenrücken des amerikanischen und des europäischen Marktes den Welthandel insgesamt beleben.

„Die hier und da bestehenden Sorgen vor TTIP sind unbegründet“, versicherte Ackermann. Denn mittelständische Unternehmen würden in besonderem Maße vom Wegfall von Handelsschranken profitieren. Konzerne hätten dagegen heute schon ganz andere Möglichkeiten, sich über Handelshemmnisse hinwegzusetzen. Der VDMA-Außenhandelsexperte stellte aber klar: „Was wir brauchen ist ein gutes TTIP.“ Dazu gehöre der Abbau von Doppelprüfungen sowie eine stärkere Ausrichtung des US-Regelwerkes an internationalen ISO- und IEC-Normen.

Der Leiter der VDMA-Außenwirtschaftsabteilung meldete aber grundsätzliche Zweifel an der Aussagekraft der Prognos-Studie an, da nicht einmal die Hälfte der insgesamt befragten 800 Mittelständler überhaupt  im Außenhandel aktiv ist. „Und wenn von dieser knappen Hälfte wiederum nur ein Drittel Handelsbeziehungen zu Nordamerika unterhält, wundert es mich nicht, dass eine Mehrheit der Befragten sich von TTIP nur sehr wenig verspricht“, sagte Ackermann.

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