Maschinenbau hofft auf Freihandel mit Südamerika

Der Handel nach Südamerika bedarf dringend neuer Impulse. Der VDMA befürwortet daher, dass die EU und die Staatengemeinschaft Mercosur in den kommenden Wochen neue Gespräche über ein Freihandelsabkommen aufnehmen.

Der Handel nach Südamerika bedarf dringend neuer Impulse. Der VDMA befürwortet daher, dass die EU und die Staatengemeinschaft Mercosur in den kommenden Wochen neue Gespräche über ein Freihandelsabkommen aufnehmen. Zum Mercosur gehören neben Brasilien und Argentinien auch Paraguay und Uruguay – das Mercosur-Mitglied Venezuela wird sich nicht an den Gesprächen beteiligen. Der VDMA steht einem Handelsabkommen mit dem Mercosur positiv gegenüber, da derzeit Zölle und bürokratische Hürden den Export in südamerikanische Staaten behindern.

"Freihandel zwischen Europa und dem Mercosur mit seinen mehr als 260 Millionen Menschen wäre für beide Seiten ein Gewinn. Für den deutschen Maschinenbau ist Südamerika trotz aktueller wirtschaftlicher Probleme dort ein interessanter Markt. Umgekehrt würden die Mercosur-Staaten von einem besseren Zugang zu moderner Produktionstechnik profitieren“, sagt Ulrich Ackermann, Leiter der Außenwirtschaftsabteilung im VDMA. „Die neuen Gespräche zwischen der EU und dem Mercosur bieten nicht nur die Chance auf Zollabbau, sondern auch auf mehr Wetttbewerbsstärke in der Region. Aus Sicht des Maschinenbaus wäre ein möglichst umfassendes Abkommen nötig, um das volle Potential beim Handel nach Südamerika abzurufen.“

Für technische Regularien gerade für den Maschinenbau, die nicht Gegenstand der Verhandlungen sind, muss weiter der bilateralen Austausch mit den Mercosur-Ländern gepflegt werden. Sonst  könnten die Fortschritte bei den Zöllen leicht durch erhöhte Kosten der Anpassung an lokale Standards zunichte gemacht werden. Bereits in den Jahren 1999 bis 2004 sowie 2010 bis 2012 hatten die EU und der Mercosur letztlich erfolglos Gespräche über ein Handelsabkommen geführt.

Im vergangenen Jahr belief sich das Exportvolumen deutscher Maschinenbauer in den Mercosur-Staat Brasilien auf fast 2,1 Milliarden Euro, der Spitzenwert aus dem Jahr 2011 lag sogar bei 3 Milliarden Euro. Stärkste Industrien waren dabei Bau- und Baustoffmaschinen sowie Fördertechnik und Antriebstechnik. Die Ausfuhren nach Argentinien beliefen sich 2015 auf immerhin 545 Millionen Euro. In den Mercosur insgesamt lieferten deutsche Unternehmen im Jahr 2015 Maschinen und Anlagen im Wert von fast 3 Milliarden Euro.

Kontakt

Eike Radszuhn
+32 2 7 06 81 23

E-mail schreiben

id:49154

Bildquelle: michal812 | Fotolia