VDMA: Abkommen mit Vietnam richtungsweisend für EU-Freihandel

Die EU hat ein Freihandelsabkommen mit Vietnam unterzeichnet, von dem auch der deutsche Maschinenbau profitiert. Der VDMA sieht in dem Vertrag ein richtungsweisendes Modell für weitere Handelsabkommen.

Deutsche Maschinenbauer werden künftig unter deutlich besseren Bedingungen Geschäfte mit Kunden aus Vietnam machen können. Am 2. Dezember 2015 haben die EU und Vietnam den Vertrag über ein Freihandelsabkommen unterzeichnet, der unter anderem einen nahezu vollständigen Zollabbau vorsieht sowie einen reformierten Investorenschutz mit einem Investitionsgerichtshof. Nach der Ratifizierung könnte der Vertrag ab 2018 in Kraft treten. Der VDMA hofft, dass dieser Erfolg neuen Schwung in Handelsgespräche mit anderen Regionen bringt – etwa mit den USA.

„Das Abkommen mit Vietnam wird die Chancen für den deutschen Maschinenbau in dem Land deutlich verbessern. Auch die aufstrebende vietnamesische Wirtschaft wird vom besseren Zugang zu modernen Technologien profitieren“, sagt Ulrich Ackermann, Leiter der Abteilung Außenwirtschaft im VDMA. Der Verband sieht in dem südostasiatischen Land mit über 90 Millionen Einwohnern großes Potenzial. 2014 exportierte der deutsche Maschinenbau bereits Güter im Wert von 500 Millionen nach Vietnam, was einem Zuwachs von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entsprach. Wichtigste Fachzweige sind bislang Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen, Fördertechnik, Werkzeugmaschinen, Bau- und Baustoffmaschinen sowie Textilmaschinen.

Darüber hinaus sieht der VDMA in den erfolgreichen Verhandlungen mit Vietnam ein Signal für den Freihandel insgesamt. „Das Abkommen zwischen Europa und Vietnam beweist, dass Freihandel und Transparenz keinesfalls im Widerspruch stehen“, sagt Ackermann. „Aus Sicht des Maschinenbaus ist etwa die Vereinbarung zum Investorenschutz über einen Gerichtshof ein überzeugendes Modell auch für künftige Handelsverträge.“ Im Zusammenhang mit den TTIP-Verhandlungen wurde immer wieder Kritik laut am Investorenschutz durch Schiedsgerichte. Mehrfach hat der VDMA seine Unterstützung für eine Reform des Investorenschutzes betont. Einen Investitionsgerichtshof, wie er nun im Abkommen mit Vietnam vorgesehen ist, sieht der Verband dabei als eine gute Option.

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Tim Gadatsch

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Bildquelle: Diego Delso, Wikimedia